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Kan verkündet dritte Landesöffnung

In seiner Neujahrspressekonferenz hat Japans Ministerpräsident Kan Naoto das Jahr 2011 zum Jahr der dritten Landesöffnung (kaikoku 開国) ausgerufen. Um Japans Rolle in der Welt zu festigen, sei eine vertiefte Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten, insbesondere eine Liberalisierung des Handels, nötig. Dafür müsse aber die japanische Landwirtschaft zukunftsfähig gemacht werden — und so attraktiv werden, daß auch junge Menschen sich an ihr beteiligen könnten.
Damit spielte Kan auf die in diesem Jahr bevorstehenden Verhandlungen zur Trans-Pacific Partnership (TPP) an, die in eine riesigen Freihandelszone münden soll. Dagegen gibt es besonders auf dem Land erheblichen Widerstand, weil man befürchtet, von Importprodukten überrollt zu werden.
Für die Parlamentsarbeit kündigte er an, Anfragen in parlamentarischen Fragestunden sollten in Zukunft 24 Stunden vor der Parlamentssitzung vorliegen. Hintergrund ist, daß die Opposition im vergangenen Jahr mehrfach wichtige Beratungen durch intensive und teilweise destruktive Anffagen blockiert hatte.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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