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Ade supakon?

Ein Ausschuß der neuen japanischen Regierung, der Einsparmöglichkeiten im Haushalt prüfen soll, hat empfohlen, den Zuschuß von gut 200 Mio. Euro für den Bau eines Supercomputers am renommierten Wissenschaftsforschungszentrum Riken (Rikagaku Kenkyūsho 理化学研究所) in Tsukuba fast gänzlich zu streichen.
Damit ist so gut wie sicher, daß Japan in der Liste der führenden Computernationen weiter zurückfallen wird. Im November 2009 besitzt Japan 16 solcher supakon (スパコン, abgekürzt aus sūpā konpyūta スーパーコンピュータ). Das ist deutlich mehr als Südkorea (2), aber auch deutlich weniger als China (21), Frankreich (26), Deutschland (27), Großbritannien (45) oder gar die USA (277). Auch nach Rechenleistung nimmt Japan weltweit nur den sechsten Rang ein. Konkurrent China ist dagegen soeben stolzer Besitzer des fünftgrößten Supercomputers auf dem Globus geworden.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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