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Kanji-Suche leichtgemacht

Als ich gerade mit meinem Sohn zusammen auf der Suche nach einem uns unbekannten chinesischen Schriftzeichen (Kanji 漢字) war, fiel mir mein alter NELSON („The Modern Reader’s Japanese-English Character Dictionary“, von Andrew N. Nelson) in die Hände. Und ich erinnerte mich, wie ich in vor-digitalen Zeiten hiermit Kanji gelernt hatte: Nelson ordnet die Schriftzeichen nach ihren traditionellen 214 Klassenzeichen („Radikale“ 部首), und wenn man sich für die wichtigsten davon gemerkt hat, in welcher Reihenfolge sie auftreten, ist das Nachschlagen ein Kinderspiel. Ich hatte mir als Student die 32 wichtigsten Radikalnummern einfach gemerkt, und die meisten habe ich bis heute im Kopf. Das Schöne dabei ist: Anders als die in anderen für Ausländer bestimmten Zeichenlexika verwendeten, selbstgestrickten Ordnungssysteme sind die klassischen Radikale auch das Ordnungsprinzip für die meisten einsprachigen Lexika in Ostasien — wenigstens im Indexteil.\nDeshalb folgt jetzt hier meine alte „Hitliste“ der 32 wichtigsten Radikale, mit der Hoffnung, daß es dem einen oder anderen beim Zeichenlernen oder Zeichensuchen helfen möge.
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PS:
Ein Student, dem das Kanji-Lernen nicht nur lästige Pflicht, sondern auch Vergnügen ist, hat mich darauf aufmerksam gemacht, daß ein Teil meiner Beispiel-Kanji im „New Nelson“ anders zugeordnet ist. Damit muß man leider auch immer rechnen — wenn ein Kanji mehrere Radikale enthält, hängt die Einsortierung ganz davon ab, welche Sortierungsregeln man aufstellt. Und diese sind leider nicht universal. Ein gutes Zeichenlexikon wird dies allerdings seinen Lesern nicht verschweigen und zumindest mit Querverweisen helfen.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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