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Maskennotstand

Seit langem schon gibt es in Japan wie im Rest Ostasiens die schöne Sitte, bei Erkältungswellen (oder auch starkem Pollenflug) spezielle Masken über Mund und Nase zu tragen und damit ein wenig zur Volkshygiene beizutragen.
In Deutschland gibt es sie viel seltener. Der findige Tourist will sich also mit einem kleinen Vorrat für schlechte Zeiten eindecken (naheliegend angesichts der „Schweinegrippe“) — und muß feststellen: Die Masken sind in Japan zur Zeit rationiert! Die Apotheken geben pro Kunden nur drei Packungen ab. Offenbar befürchtet man Hamsterkäufe. Pech für den Touristen, der nun versuchen muß, sich auf andere Weise um das zweifelhafte Vergnügen einer Infektion zu bringen. Jedenfalls langfristig, denn mehr als 21 Masken waren im Augenblick nicht drin.

Autor: Reinhard Zöllner

Geb. 1961. Historiker und Japanologe. Seit 2008 Professor an der Abteilung für Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn.

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